Matsch Tipps
Wer sich so richtig in Schlamm wälzen will,
sollte einige wichtige Dinge beachten.
1. Dein "Matsch-Spielplatz"
1.1 Geeignete Orte
- Selbst angelegte Schlammgrube im eigenen Garten oder Hinterhof
- Auf einem professionell angelegten Spielplatz, der auch sauber und sicher gehalten wird
- Eventuell in einem Freibad
- Sandkasten bzw Sandspielplatz
1.2 Bedingt geeignete Orte
- Flussufer oder an einem Bach
- am Baggersee
- die örtliche Lehm- oder Kiesgrube
Diese Orte sind deshalb nur bedingt zum Spielen geeignet, da nicht jedes Flussufer oder jeder Bach sauber oder sicher ist.
Außerdem ist es nicht ratsam, in einem Naturschutzgebiet zu baden oder zu spielen.
An einem Baggersee könnten Steine oder Felsen eventuell im Weg sein, und eine Lehm- oder Kiesgrube kann gefährliche "Fallen" verbergen:
Zum Beispiel ist es einer Wasserlache oder Sandgrube nicht anzusehen, wie tief diese sind. Es kommt nicht selten vor, dass Leute durch solche Irrtümer
ertrinken oder in eine Art Treibsand geraten.
Deshalb sind Warnschilder und / oder Absperrungen, Zäune usw. unbedingt ernst zu nehmen.
1.3 NICHT geeignete Orte
- Baustellen
- verlassene oder verfallene Industriegelände und Fabrikgebäude
- Naturschutzgebiete
- Moore und Sümpfe
Baustellen haben in der Regel die Funktion, nach der sie benannt sind: Hier wird gebaut, das bedeutet, es stehen Baugeräte und Fahrzeuge herum wie
Bagger, Lastwagen, Betonmisch-Maschinen usw. Von der Gefahr ganz abgesehen sehen es Baufirmen oder Behörden nicht gerne, wenn sich ein paar Leute
einen Jux daraus machen, auf ihrem Baugelände für Chaos zu sorgen. So was kann - von den Verletzungsgefahren mal ganz abgesehen - zu empfindlichen Geldstrafen führen.
Auf gar keinen Fall sollten verlassene Industriegelände als Matsch- oder generell als Spielplatz benutzt werden! Zwar bietet so eine alte
Fabrik ein spanndendes Ambiente und hat durchaus seinen Reiz, aber in der Vergangenheit gab es immer wieder Vorfälle, wo Kinder und Jugendliche sich beim
Spielen auf eben solchen Geländen verletzt und sogar ums Leben gekommen sind. Die Böden sind meist mit Schwermetallen und Giften belastet, und nicht selten
stehen alte, durchgerostete Fässer mit Altöl oder Chemikalien und Abfällen herum, die ebenfalls sehr gefährlich sind.
Auch hier sind Warnschilder und Absperrungen unbedingt ernst zu nehmen. Sollten diese nicht vorhanden sein, ist trotzdem das Spielen auf einem verlassenen
Fabrikgelände nicht zu empfehlen, da sich hier jede Menge "versteckter" Gefahren wie Einsturzgefahr verbergen können.
Naturschutzgebiete sollten in der Regel keine Gefahr durch Gift oder Abfälle bergen, jedoch sollen bewusst Menschen hier die Natur "in Ruhe" lassen.
Soll heißen: Brütende Vögel wollen nicht von Matsch-Piraten, herumgrölenden Cowboys oder Indianer gestört werden.
Moore und Sümpfe üben zwar einen großen Reiz für Schlamm-Freunde aus, aber auch hier verbergen sich große Gefahren, wie Ertrinken.
Zudem kommen Gefahren wie Insekten oder giftige Pflanzen hinzu, die einem ganz schnell den Spaß am Dreck vermiesen können.
1.4 Aber wie bekomme ich nun einen geeigneten Matsch-Spielplatz?
Ja, bei all den Verboten und Gefahren ist es schon doof und die Frage berechtigt, wie man nun "seinen" Platz bekommt. Aber es gibt Möglichkeiten:
a. Wer an einem Baggersee matschen will, sollte sich vorher erkundigen, ob dies dort überhaupt erlaubt ist, sprich: ob baden generell erlaubt ist. Wenn Baden, Schwimmen etc erlaubt sind, dann ist Matschen auch erlaubt. Vor allem lehmhaltige Ufer sind wunderbar dafür geeignet, sich mit cremigem Schlamm einzusauen. Unbedingt ist aber ebenfalls das Gelände vorher zu inspizieren und selbst zu überprüfen. Liegen Glasscherben herum? Können spitze Steine oder Äste Verletzungsgefahren bergen? Wer barfuß baden bzw matschen will, sollte dies unbedingt beachten!
b. Eine verlassene Fabrik oder ein verfallenes Industriegelände übt einen gewissen Charme aus. Vor allem für Kinder kann dies ein sehr spannender "Spielplatz" sein. Leider eigenen sich Industriegelände - wie bereits schon erwähnt - nicht zum Spielen. Allerdings wären Aktionen oder Bürgerintiativen Deiner Gemeinde möglich, ein verlassenes Fabrikgelände zum Spielen "tauglich" zu machen. Das heißt, den Boden auf Gifte untersuchen und "entgiften" wenn nötig und möglich. Fässer mit Abfällen entsorgen - was sowieso Pflicht ist - sowie die Einsturzgefahr der Gebäude überprüfen.
Wenn ein verlassenes Industriegebiet tatsächlich gift- und gefahrenfrei ist, könnte es in der Tat als ein sehr spannender und außergewöhnlicher Spielplatz dienen.
c. Obwohl in den Muddy Pigfarm - Cartoons die Kids mit Schweinen in Schlamm baden, sieht die Realität etwas anders aus: Schweine sind Tiere, und Tiere meist unberechenbar. Bedenkt, dass die "Muddy Pigfarm" Cartoons zeigen, die nicht immer realistisch sein sollen.
Allerding ist eine "Schlammgrube" zum "Suhlen" ganz leicht selbst herzustellen. Dazu müsst ihr nur ein kleines, etwas abgeflachtes Loch ausheben und mit Wasser füllen.
Wer ein richtig schönes, "professionelles" Schlammloch haben möchte, sollte die Grube mit einer Gartenteich-Folie auslegen, dann mit gereinigter Lehmerde bzw Lehmsand füllen (beides gibt es im Baumarkt) und dann mit Wasser "anschlämmen". So entgeht man der Gefahr, auf spitze Steine im Erdreich zu stoßen. Zudem ist gereinigter Lehm sehr gleichmäßig und sollte auch in der Regel schadstoff-frei sein.
Solche Schlammlöcher passen in jeden Garten, Hinterhof oder "normalen" Spielplatz. Aber holt Euch - sofern Ihr kein eigenes Grundstück besitzt - die Erlaubnis Eurer Vermieter, Hausbesitzer oder Eltern ein.
d. Für alle Kids, die noch zur Grundschule oder in den Kindergarten gehen: Bettelt und drängelt Eure Lehrer bzw Erzieher dazu, im Matsch spielen zu dürfen.
Es gibt bereits diverse (Grund-) Schulen, die einen regelrechten Naturpark auf ihrem Schulgelände haben, wo die Kids sich auch nach Herzenslust mit Schlamm bewerfen können (falls es die Unterrichtszeit zulässt). Viele Spielplätze haben auch "Matsch-Plätze". Auch gibt es entsprechende Projekte an vielen Kindergärten oder Horte. Leider muss hier dazu gesagt werden, dass nicht alle ErzieherInnen, Gemeinden oder gar Eltern von solchen Ideen begeistert sind. Entweder sie wollen keine Arbeit oder Geld investieren, oder es gibt schlicht weg keine räumlichen Möglichkeiten.
1.5 Welche "Art" von Schlamm ist zum Spielen geeignet?
Im Prinzip alles, was nicht giftig ist. Aber Vorsicht: Hinter dem Begriff "Schlamm" verbergen sich Dinge wie Klärschlamm, Abfall-Schlamm oder gar Gift-Schlamm. Eine grünliche Dreckbrühe kann harmloser Schlamm mit Algen, aber auch hochgiftiger Industrie-Abfall sein! Hellbraune oder graue, cremige Masse kann harmloser, aber auch mit Schwermetallen belasteter Lehm sein.
Es ist nicht lange her, da leiteten sogar Kernkraftwerke ihr Kühlwasser in Seen und Bäche, und selbst kristallklares Wasser muss nicht unbedingt auch "sauber" sein.
Das soll heißen: Einfach mal so im Wald oder Feldweg in eine durch Regen entstandene Schlammpfütze zu setzen oder spontan in ein Schlammloch springen ist nicht zu empfehlen.
Geeignet ist entweder selbst hergestellter Schlamm, wie z.B. Lehmschlamm oder Orte, wo Ihr Euch auch sicher seid, dass der Boden nicht belastet ist, Müll oder Schrott herumliegt, aus dem Altöl oder Gifte in den Boden sickern.
Ich ganz persönlich empfehle Lehm. Der ist schön cremig und klebt besonders gut in den Haaren. Außerdem kann man ihn zum Bauen oder Modelieren verwenden.
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